Das Kunstwerk des Monats

Februar 2026 | Jan Holthoff, Untitled (1), 2025, Acryl auf Leinwand, 140 x 100 cm

Solange die Leinwand leer ist, bleibt offen, worüber man sich austauschen will und auch, ob der Austausch gelingt. Das ist besonders riskant, wenn man auf erkenn- und darum auf benennbare Dinge verzichtet, so wie hier. Allerdings kommt der Maler ganz umweglos zu dem, was uns alle ausmacht: wir sind Einzelwesen und empfinden subjektiv. Darum ist dieser malerische Ansatz berührend, sogar intim. Sein Bild ohne Titel transzendiert bewusst das subjektive Erleben, während es sich gleichzeitig auf eine visuelle Wahrnehmung verlassen kann, die für uns alle ähnlich funktioniert. Der Maler malte und wir sehen changierende Räume, in denen sich Pinselstriche oder gesprühte Linien prozessual überlagern. Das fertige Bild ist voller Grenzzonen, bei denen nicht klar ist, was wozu gehört oder miteinander verbunden ist. Es zeigt also eine eigene, selbstreferenzielle Realität, die man nicht nur erlebt, sondern deren Entstehung man sogar anhand der Malweise nachvollziehen kann.


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