April 2026 | Florian Thomas, „tot dimanche matin“, 2026, Acryl auf Leinwand, 95 x 140 cm
Nur ein Mensch ist da. Ein Gelegenheitsgast auf einer Mauer, schon auf dem Sprung. Dabei besteht fast die komplette Umgebung aus Dingen, die von Menschen gemacht sind und von ihnen benutzt werden. Ihre Autos blitzen am Straßenrand wie die Knöpfe an einem zweireihigen Anzug. Ihre ordentlichen Häuser ragen daneben auf, als fein konstruierte Kästen aus Waagerechten und Senkrechten. Selbst der Sonntagmorgen – dimanche matin – ist ein menschengemachter Kasten. Ein Kästchen aus Zeit in den Schubladen der Wochentage, den Schränken der Monate, dem Mobiliar der Jahre. Gefüllt mit Schlummer, erwachendem Flüstern, langsamem Frühstück und launigen Plänen. Man könnte doch über die quergelegten Schatten der Autos wie auf einem langen Zebrastreifen in Richtung der Berge hopsen. Dabei zu einem schwarz-weißen Ich werden und im luftigen Grau das schönste Sonnenlicht erblinzeln. Die heranwehende Melancholie ist zärtlich. Anders als jene, die Edward Hopper auf einem Bild mit ähnlichem Titel in saftenden Farben malte.
Archiv
August 2019 | Florian Thomas, Time, Time
Florian Thomas | „time,time“, 2019, Acryl auf Leinwand, 130 x 240 cm
Juli 2019 | Stephan Kern, ohne Titel
Stephan Kern | ohne Titel, 2014, Bronze, 45 x 28 cm
Juni 2019 | Gisela Krohn, Morcheln, 2/2019
Gisela Krohn | Morcheln, 2/2019, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm
Mai 2019 | Michael Kaul, Matrosenliebe
Michael Kaul | Matrosenliebe, Acryl auf Nessel, 2018, 190 x 120 cm