März 2026 | Wolfgang Koethe, „Der Speer“, 1987, Öl auf Leinwand, 80 x 105 cm
Minimalistisch wie die benutzten Farbtöne ist der hermetische Aktionsraum, der den drei Männern zugestanden wird. Dem jungen Mann vorn sitzt sogar die schwarze Fliege direkt unter dem Kinn, weil er angriffslustig lauernd den Kopf eingezogen hat. So dass sein Blick von schräg unten über die Spitze seines Billardqueues auf ein imaginäres Kampffeld fällt. An sich schon ein aufregendes Spiel wird die Dramatik der Handlung durch den Titel „Speer“ entschieden gesteigert. Der malerische Ansatz ist also auch ein psychologischer. Die alten Herren hinter dem Spieler erscheinen darum wie die manteltragenden Sekundanten in einem anstehenden Duell. Ganz gegensätzlich zur strukturellen Dichte weist die atmosphärische Dichte über das beengte Bild mit drei Männern beim Billard hinaus.